Abstract

Worum geht's? | Blogs sind als Medium für den Unterricht zwar seit längerer Zeit bei der "digitalen Avantgarde" (und in schriftlichen Hausarbeiten 😉) en Vogue, gleichzeitig scheuen sich viele KuK, sie im Unterricht einzusetzen, weil sie befürchten, sich damit einen riesigen Berg Arbeit aufzuhalsen, für dessen Bewältigung man nicht nur eine Menge Zeit, sondern auch jeweils ein abgeschlossenes Informatik- und Design-Studium braucht. Glücklicherweise ist Bloggen (mittlerweile) nicht mehr damit verbunden, dass man sich zuerst fünf Programmiersprachen aneignen muss, um ein ansprechendes Ergebnis zu erzielen...eigentlich ist es sogar ganz einfach. Und deswegen zeige ich auch, wie's geht. Nimm dir einen Kaffee und - wenn du gleich loslegen willst - ein Stündchen Zeit. Ich verspreche dir, dass du danach schon die mit deinen SuS starten könntest - und zwar ohne ein einziges Zeichen in HTML geschrieben zu haben!

Was brauchst du dafür? | Ein Stündchen Zeit | Eine Idee, wofür du den Blog einsetzen willst*  | einen Laptop, PC oder ein Tablet als Arbeitsgerät (weil wir den Browser nutzen) | eine (Dienst-)Mailadresse zur Registrierung

*Viele interessante Anhaltspunkte findest du im folgenden Twitter-Thread. Außerdem schreibe ich gerade an einem Post, in dem das genauer erklärt wird, und ich hoffe, dass er morgen schon online geht. Ich verlinke ihn dann natürlich gleich hier.

Los geht's

Einen Blog erstellen - Das 5-Minuten-Setup

Wenn du einen Blog einrichten willst, gibt es verschiedene Plattformen, die das kostenlos ermöglichen, sie heißen beispielsweise WordPress.com, Blogger (gehört zu Google), Wix oder Jimdo.  Wie so oft ist es auch eine Frage der Gewohnheiten und Vorlieben, für welchen Anbieter du dich bei der Einrichtung eines Blogs entscheidest.

Ich habe mich dazu entschlossen, dieses Tutorial für WordPress.com-Blogs zu erstellen, da ich schon seit ein paar Jahren mit der WordPress-Software (allerdings in einer "selbstgehosteten" (= kostenpflichtigen und auf meiner eigenen Domain von mir selbst gewarteten) Variante) arbeite und mich daher mit der Benutzeroberfläche besser auskenne als mit den anderen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die anderen nicht genauso für den Unterricht nutzbar wären - sicher findest du in den Weiten des Internets, z.B. auf Youtube) Anleitungen zu den anderen Plattformen und kannst so auch diese ausprobieren.)

In der folgenden Galerie zeige ich dir, wie du innerhalb von 5 Minuten einen eigenen Blog auf wordpress.com erstellst. Die Beschreibungstexte zu den einzelnen Bildern findest du darunter als Fließtext, aber die Einrichtung ist übersichtlich strukturiert, also keine Sorge, es ist nicht kompliziert!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

  1. Zunächst musst du wordpress.com in deinem Browser (z.B. Edge/ Firefox/ Chrome/ Opera/ Safari) öffnen. Klicke auf "Jetzt loslegen", um einen Blog anzulegen.
  2. Anschließend hast du die Auswahl zwischen einem Blog, einer Webseite und einem Portfolio. Ich habe mich für den Blog entschieden, also die linke Auswahlmöglichkeit angeklickt.
  3. Ein Blog braucht natürlich einen Namen, der im dritten Schritt festgelegt wird und der gleichbedeutend mit der Web-Adresse des Blogs ist. Um den Blog kostenlos zu erstellen, verzichten wir darauf, eine eigenständige Adresse (Domain) wie "fraudromedarsblogprojekt.de" zu wählen, denn diese kosten monatlich einen gewissen Betrag. Stattdessen entscheiden wir uns für eine Art Untermiete (Subdomain) auf WordPress.com: fraudromedarsblogprojekt.wordpress.com
    • Falls du den Blog schon erstellen möchtest, die Klasse aber noch über den Projekttitel entscheiden soll, keine Sorge: Du kannst dich an dieser Stelle für einen neutralen Adressnamen entscheiden, z.B. "lesetagebuchlindgrenschule7a" und ihr könnt später die Überschrift des Blogs anpassen!
  4. Natürlich würden die Betreiber von WordPress.com gerne Geld mit eurem Projekt verdienen - uns genügt aber die kostenlose Version. Daher wählen wir ganz links die Option "Free", denn für das Erstellen von Inhalten genügt diese Variante vollkommen.
  5. Um mit dem Blog arbeiten zu können, brauchst du ein Nutzerkonto für WordPress.com. Das Nutzerkonto, das du jetzt erstellst, erhält die Administratorrechte für den Blog, hat also quasi Superkräfte vom Artikel-Erstellen und Design-Ändern bis zum Löschen des Blogs. Als Lehrkraft, die einen Projektblog erstellt, würde ich keinesfalls meine private Mailadresse, sondern meine Dienstmailadresse verwenden. (Arbeitet man an einer Schule, an der es keine Dienstmail gibt, kann man sich bei einem privaten Anbieter eine weitere Adresse einrichten. Das ist kostenlos, dauert keine 5 Minuten und trennt Berufliches und Privates doch ein bisschen besser...)
  6. Schon ist der Blog "live", das heißt er existiert und man kann ihn sogar schon ansehen. Noch enthält er natürlich nur Beispielbeiträge und -kommentare, aber das werdet ihr ja bald ändern, oder?
  7. Nach wenigen Eingaben und ganz ohne Programmierkenntnisse siehst du nun also schon euren Blog vor dir - auch wenn bisher nur die URL darauf hindeutet, um wessen Projekt es sich handelt.
  8. Nun musst du nur noch den Account aktivieren: Du hast eine E-Mail bekommen (auf der Mailadresse, die du bei der Anmeldung angegeben hast), in der du auf einen Bestätigungslink klickst - schon ist auch das erledigt.

Mit der WordPress.com-Benutzeroberfläche arbeiten

Nach der Einrichtung gelangst du zur WordPress.com-Benutzeroberfläche: Hier siehst du auf der rechten Seite den Blog, wie er aktuell aussieht und auf der linken eine Seitenleiste mit allen Optionen, die der Anpassung des Blogs an deine Wünsche und dem Erstellen von Inhalten dienen. Vielleicht sind das auf den ersten Blick viele Auswahlmöglichkeiten, aber mit ein klein wenig Übung gehst du damit total souverän um, versprochen!

Weil es ein bisschen umständlich wäre, die einzelnen Punkte nacheinander mit Screenshots zu erklären, wo es sich doch um eine interaktive Benutzeroberfläche handelt, habe ich zu dieser ein Thinglink-Bild erstellt (ThingLink ist ein Tool, mit dem man interaktive Bilder erzeugen kann). Du kannst also auf mit der Maus über die umrandeten Punkte fahren/ draufklicken und schon werden dir zum jeweiligen Punkt weitere Informationen angezeigt - tolle Sache, oder? 😉

Eingebunden in diesen Beitrag ist das Bild leider etwas klein, deswegen empfehle ich dir einen Klick auf diesen Link, mit dem du zum Thinglink-Projekt weitergeleitet wirst und es in voller Größe und Schönheit bewundern kannst.

Legende: Die roten Punkte sind die wichtigsten, die gelben sind durchaus auch für die schulische Nutzung relevant, grüne verweisen auf nette Features, die schwarzen Punkte braucht man eher selten.

Für Minimalisten: Bloggen ohne Schnickschnack

Wenn es dir einfach nur um Inhalte geht, wenn das Design eine untergeordnete Rolle spielt oder wenn du erst einmal nur ausprobieren möchtest, wie die Handhabung des Teilens von Informationen ist, dann genügt es vollkommen, wenn du dich erst einmal nur mit dem Menüpünkt "Blogbeiträge" auseinandersetzt, denn hiermit wird das erstellt, was man klassischerweise unter den Inhalten eines Blogs versteht: Selbst verfasste Text-Bild-Video-Medienverbünde.

Willst du dich langsam rantasten und den Blog noch nicht gleich mit den SuS gemeinsam einsetzen, weil du erst noch damit warmwerden möchtest, kannst du über diese Funktion beispielsweise längere Arbeitsaufträge für Gruppenarbeiten im Computerraum oder für die Hausaufgabe am heimischen PC vorbereiten oder auf Online-Arbeitsmaterialien mit Links verweisen, die für die SuS interessant/ nützlich sein könnten. Wie man solche Beiträge erstellt, erkläre ich dir jetzt.

Mit dem WordPress.com-Beitrags- und Seiteneditor arbeiten

Technisch macht es keinen Unterschied, ob man eine (mit allgemeinen Informationen bestückte) Seite oder einen (themenspezifischen) Blogbeitrag erstellen möchte - sie werden lediglich an unterschiedlichen Stellen angezeigt: Blogbeiträge finden in chronologischer Reihenfolge auf der Startseite ihren Platz (sortiert von neu zu alt), die Seiten können in der Menü-Auswahl angesteuert werden und werden einzeln angezeigt.

Um eins von beiden zu erstellen, muss man nur auf die jeweilige Schaltfläche "hinzu(fügen)" klicken und schon gelangt man zu einem Editor, in dem Texte eingegeben und bearbeitet werden können:Der klassische, von WordPress meist voreingestellte Aufbau einer Seite/ eines Blogbeitrags besteht aus dem Titel (hier: "Erster Blogbeitrag"), dem Beitragsbild (hier: nächtliche Lichter) und dem Inhalt (Hier: "Dies ist dein..."). Dabei ist die Definition von "Inhalt" sehr flexibel, denn es können Texte geschrieben, Bilder, Videos und Audios sowie Links eingefügt und die Optik des Ganzen angepasst werden, all das macht man mit dem Editor, den du auf dem Screenshot siehst.

Der Umgang mit diesem ist nicht schwierig - vor allem dann nicht, wenn man den Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen kennt. Um ihn möglichst anschaulich zu erklären, habe ich wiederum ein ThingLink-Bild erstellt:

Auch dieses ThingLink-Bild lässt sich besser betrachten, wenn du auf diesen Link klickst.

Mit Schülern am Blog arbeiten: Möglichkeiten der Kollaboration

Bisher haben wir alleine an diesem Blog gearbeitet - und zum Bereitstellen von Materialien und Arbeitsaufträgen genügt das auch vollkommen, auch einzelne Beiträge von SuS könnten durch die Lehrkraft hochgeladen werden, wenn sie von den Autoren zur Veröffentlichung freigegeben wurden und dem Lernprozess förderlich sein könnten.

Allerdings vernachlässigen wir damit vollkommen das eigentliche Potenzial von Blogs, denn sie ermöglichen Kollaboration und Kommunikation ohne laute Gruppenarbeiten, bei denen immer nur dieselben arbeiten, mühsames Hefte-Herumreichen für Schreibkonferenzen und dieses unangenehme Gefühl, wenn man arbeitenden SuS über die Schulter sieht, wodurch sich die Armen so richtig böse überwacht fühlen.

Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Wer einen Blog besitzt (der Administrator, also du), der kann andere (also beispielsweise deine SuS) dazu einladen, als Autoren am Blog mitzuwirken. Jeder, der dazu eingeladen ist, kann also selbst Beiträge verfassen. Ist ein Blog öffentlich, kann sogar jeder, der die Adresse hat oder den Blog über eine Suchmaschine findet, Kommentare zu den Beiträgen verfassen, sofern er/ sie eine Mailadresse angibt.

Was du dafür wissen musst, verrate ich dir jetzt.

Moralpredigt: Mahnende Worte zum Datenschutz

An dieser Stelle muss zwangsläufig eine Mini-Moralpredigt sein, denn ohne Hinweise zum Datenschutz ist ein Tutorial, das zeigt, was man mit SuS in den Weiten des Webs machen kann, ja leider nicht vollständig...

Die rechtliche Grundlage für den Datenschutz in Schulen sind Ländersache - die Gesetzeslage in Bayern beispielsweise kann hier nachgelesen werden. Das Problem beginnt damit, dass Lernplattformen nur auf freiwilliger Basis eingesetzt werden dürfen, setzt sich in der Tatsache fort, dass die Bayerische Lernplattform mebis bisher das nicht abbilden kann, was der Blog leistet, den wir gerade gemeinsam erstellen und gipfelt darin, dass vollständige Klarnamen in öffentlichen Projekten der Einwilligung bedürfen bzw. in einem solchen Blogprojekt dementsprechend auch nichts verloren haben.

Das klingt jetzt bestimmt total kompliziert und es wäre einen eigenen Beitrag wert (den ich gedanklich gerade schon schreibe) zu erklären, wie man SuS und auch die Eltern an das digitale Arbeiten heranführt und dabei möglichst alle mitnimmt und von der Einwilligung überzeugt (nicht dazu überredet 😏), ebenso könnte ich den unterschiedlichen technischen Gegebenheiten verschiedener Schulen und dem Umgang mit selbigen unendliche Ausführungen widmen, der Übersichtlichkeit wegen bleibe ich aber lieber allgemein, denn es gilt trotz allem: Bloggen ist machbar! Man muss halt nur - wie immer im Unterricht - ein bisschen was beachten, bevor man loslegen kann. 😎

notwendige Schritte auf dem Weg zum Bloggen mit den SuS
  1. Den Datenschutzbeauftragten konsultieren! - Denn er/ sie sollte genau wissen, was geht und was nicht. Wenn es im Raum steht, dass SuS irgendwo persönliche Daten angeben müssen, dann sollte man unbedingt das Gespräch suchen, aber es lohnt sich allgemein, um herauszufinden, ob es nicht schon Lösungen innerhalb der Schule gibt, die man nutzen kann. Vielleicht gab es das Problem ja schon und die KuK haben schon eine Lösung gefunden, die für deine Schule praktikabel ist.
  2. Eltern informieren! - Ein informativer Elternbrief vor dem Einsatz eines Blogs hilft schon allein deswegen, weil man Gesprächsbereitschaft signalisiert und den Eltern nicht das Gefühl gibt, dass der Blog ein weiterer Punkt in der Schullaufbahn ihrer Kinder ist,  bei dem sie zwar ein Produkt sehen können, von dessen Erarbeitung sie aber nur eine vage Vorstellung haben. Um die Eltern einzuladen, sich den Blog anzusehen und mit ihren Kindern ins Gespräch über den Unterricht zu kommen, Datenschutzbedenken auszuräumen und/ oder zur Reflexion über den eigenen Umgang mit Daten anzuregen und ihnen einen Einblick zu geben, was im Unterricht passiert, ist der klassische Elternbrief wohl zunächst das erste Mittel der Wahl (sofern an der Schule noch nicht technologisch durch Mail ersetzt) - was aber nicht heißt, dass ein beigefügter QR-Code mit Verweis auf die Webseite nicht dazu beitragen könnte, in Richtung der Eltern fließende (und nicht datenschutzrelevante!) Informationen zukünftig digital bereitzustellen und damit Wald und Toner zu schonen. 😉
  3. Mit SuS kritisch diskutieren! - Blogs und Webseiten sind genau wie die Nutzung von Maildressen für die überwiegende Mehrheit der SuS nicht alltäglich. Sie nutzen ihre Smartphones - können dabei aber mit Snapchat, Youtube und Instagram am besten umgehen. Wer Blogs im Unterricht nutzt, muss sich auf Fragen einstellen, wie "Warum nutzen wir keine App?" (weil ich noch keinen praktikablen Weg fürs "Appen" statt fürs Bloggen gefunden habe) oder "Warum findet die Kommunikation nicht via Messenger statt?" (Datenschutz, Datenschutz, Datenschutz!). Ich habe noch keine Klasse erlebt, die Probleme mit Blogs hatte, wenn ich mit ihnen Datenschutzgesetze thematisiert und die Grenzen der Arbeit mit Technik in der Schule (Verfügbarkeit von Geräten etc.) diskutiert hatte, im Gegenteil. Wir sollten nur einfach nicht davon ausgehen, dass sie über den gleichen Kenntnis- und Reflexionsstand verfügen wie wir, solange sie die Technik in der Freizeit quasi "schrankenlos", aber deutlich auf ihre Interessen begrenzt nutzen... SuS wollen einfach gerne wissen, warum wir ihnen das Leben (aus ihrer Perspektive vielleicht) unnötig schwer machen - und meiner Meinung nach haben sie ein Recht darauf.
  4. Im Zweifel No-Data-Variante wählen! - Wie das aussehen könnte, erläutere ich gleich.

Ein Blog, viele Autoren: Mit Schüleraccounts ohne persönliche Daten arbeiten

Der riesengroße Vorteil beim Bloggen ist, dass für jeden einzelnen S ein Account angelegt werden kann, den er/ sie zum Bloggen nutzt, wodurch das Verfassen von Beiträgen unter klarer Zuordnung des Autors ebenso möglich wird wie die rege Diskussion der SuS unter den Beiträgen anderer.

In technischer Hinsicht würde es genügen, die E-Mail-Adressen der SuS zu erfragen und die SuS über die Eingabemaske "Personen" zur Mitarbeit am Blog einzuladen. Dabei kann ihnen eine Rolle zugewiesen werden, die ihren Spielraum bei der Bearbeitung limitiert. Welche Kompetenzen die Rollen genau haben, kannst du hier nachlesen. Je nachdem, wie verantwortungsvoll sie sich zeigen, würde ich den SuS die Rollen Autor oder Redakteur zuweise, damit sie beim Erstellen eigener Inhalte einigermaßen selbstständig sind, aber nicht auf zentrale Kategorien zugreifen können, von denen auch die Arbeit der anderen betroffen sein könnte. Leider macht uns an dieser Stelle der Datenschutz einen Strich durch die Rechnung - von den SuS zu verlangen, dass sie ihre privaten Mailadressen nutzen, wäre zwar der einfachste Weg, ist aber nicht gangbar.

Deswegen gibt es verschiedene Optionen, die ich an dieser Stelle zumindest überblicksartig nennen möchte - für welche man sich entscheidet, sollte man nach Abklärung der Rechtslage mit dem Datenschutzbeauftragten und infolge der Kontaktaufnahme mit den Erziehungsberechtigten entscheiden:

"No-Data"-Variante besteht aus:
  • Keine Useraccounts einrichten lassen: Formiert sich gegen das Einrichten von Accounts eine breite Opposition, gibt es die Möglichkeit die Beiträge selbst einzustellen. Bei Klassenstärke bedeutet das leider einen riesigen Zusatzaufwand...
  • Kommentarfunktion ohne Accounts nutzen: Aber auch ohne Useraccounts kann man einzelne Ergebnisse diskutieren lassen, indem man eine Mailadresse vorgibt, die die SuS in das entsprechende Feld beim Kommentieren schreiben, sodass sie nur noch den Vornamen oder ein Pseudonym angeben müssen, damit man die Diskussionsteilnehmer auseinanderhalten kann.
Es gibt aber noch andere Optionen:
    • Gruppenaccounts/ Schüleraccounts selbst erstellen: Für feste Arbeitsgruppen oder eine bestimmte Anzahl an SuS kann man eine entsprechende Anzahl Mailadressen als Lehrkraft selbst anlegen und diese als Benutzer in den Blog einfügen. Dies kostet zwar Zeit, verhindert aber, dass die SuS überhaupt eine Mailadresse nutzen müssen, weil sie nur den jeweiligen Accountnamen und das Passwort bekommen, mit dem sie sich einloggen müssen. (Dafür können die Accounts auf mehreren Blogs verwendet werden, man sollte nur nicht gleichzeitig mehrere Klassen mit den gleichen Accounts arbeiten lassen.
    • "Dienst"-Mailadressen einrichten lassen: Natürlich kann man auch den Datenschutz als Aufhänger nehmen und mit den SuS zur Vorbereitung ihre eigenen "dienstlichen" Mailadressen erstellen lassen. Dabei kann man sich über sicherere Mailanbieter wie mailbox.org und posteo.de informieren (beide leider kostenpflichtig, Alternative: "E-Mail made in Germany"-Initiative: web.de, GMX, freenet, 1&1, strato), die Risiken von Datenlecks diskutieren und abschließend Mailadressen erstellen, die durch die Verwendung eines Pseudonyms anonymisiert werden. Das Pseudonym kann auch innerhalb des Blogs genutzt werden und man kann darüber sprechen, ob "Sweetheart08@mailmir.com" wirklich eine gute Idee ist, wenn man mit dem Lehrer schreibt. 😂
Ergänzend kann man außerdem
    • Pseudonyme verwenden: Vollständige Klarnamen haben auf Blogs nichts zu suchen (außer vielleicht es handelt sich um ein Oberstufen-Projektblog, bei dem es um reale Verantwortlichkeiten geht, aber dann ist das mit den SuS vorher so vereinbart) - Vornamen genügen vollkommen. Bei Klassen, in denen es um die Stärkung des Zusammenhalts geht, sind Pseudonyme, die nur den einzelnen SuS und der Lehrkraft bekannt sind, eine spannende Option, um sie Face-to-Face-Schwierigkeiten vergessen zu lassen.
    • Die Sichtbarkeit des Blogs ändern: Geht es bei einem Blog weniger um die Außendarstelung als um Kollaboration und Kommunikation innerhalb der Klasse, besteht auch immer noch die Möglichkeit, den gesamten Blog mit der Option "Einstellungen > Datenschutz" mit einem Passwort zu schützen. Sollten alle Stricke reißen, sind der Passwortschutz und die Pseudonym-NoAccount-Variante eine Option, um das Medium Blog trotzdem nutzen zu können.
Arbeitserleichterung für die Lehrkraft: Teile der Administration in Schülerhände geben

Tipp: Es bietet sich an, einen zweiten Administratoraccount erstellen, mit dem ein Design-/ Unterstützungsteam arbeiten kann, wenn es um Anpassungen oder technische Hilfe geht, die eine Gruppe von SuS leistet. Der Vorteil eines solchen zweiten Kontos ist, dass man dieses in der Hand hat, wenn man es mit einer eigenen Mailadresse verknüpft und dass man das Passwort nach jeder Nutzung durch SuS selbst ändern kann, falls man befürchtet, dass sie nicht verantwortungsvoll damit umgehen oder dass sie das Passwort weitergeben. (In dem Moment, wo man den Blog einrichtet und selbst als Administrator dessen Inhaber ist, hat dies mehr mit Wahrnehmung der Verantwortung als mit Gängelei der SuS zu tun. 😏 Gerade bei älteren SuS, mit denen ich länger zusammenarbeite, würde ich durchaus so viel Vertrauen in sie setzen, dass sie dieses Konto nicht (im Scherz) missbrauchen - es geht einfach darum, dass man sich der Möglichkeiten bewusst wird, denn die beste Technik nutzt nichts, wenn man glaubt, dass man nicht Herr über sie wird.

Fiese Theorie!

Da ich gerade merke, dass an dieser Stelle gerade den Neulingen in Sachen Blogs im Unterricht sicherlich ein paar Praxistipps guttun würden, werde ich einen Post darüber als nächstes in Angriff nehmen und ihn alsbald hier verlinken!

Den Blog aufhübschen

Last but not least möchte ich noch erklären, wie man das Äußere des Blogs anpassen kann, denn das Auge liest bekanntlich mit.

Der Vorteil am Bloggen über Plattformen wie WordPress.com ist, dass das Blog auch ordentlich aussieht, ohne dass man großartig daran rumschrauben und enorm viel Zeit investieren muss. Dennoch lassen sich auch hier in vergleichsweise einfachen Schritten Veränderungen erzielen, die dem Projekt noch mehr Individualisierung und Zuschnitt auf die Lerngruppe ermöglichen...

Die Optik des Blogs anpassen

Wenn du dir mein Projektblog schon angesehen hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass zwischen seinem aktuellen Design und der Optik, die du auf den Bildern in diesem Tutorial siehst, gefühlte Welten liegen, denn statt schwarzweiß und und mit einem schlichten Titel unter einem Muster präsentiert es sich nun in gedeckteren Tönen mit Grün-Anteil und hat auch einen "Header" (ein Titelbild) bekommen, der zu meiner eigentlichen Webseite passt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zwischen diesen beiden Bildern liegen weder stundenlange Arbeit noch Programmiersprachenorgien, denn den Löwenanteil an der Optik eines Blogs macht das gewählte Design, das sogenannte "Theme", aus, das dann nach Belieben um selbstgestaltete Elemente ergänzt werden kann.

Dafür wählt man den Menüpunkt "Themes" aus, klickt der Einfachheit wegen in der Ecke oben rechts auf "Free" (=> nur kostenlose Themes werden angezeigt) und kann sich dann nach Gusto für eines entscheiden. Nachdem "Independent Publisher" voreingestellt war, habe ich mich für "Nucleare" entschieden. Klickt man auf die drei Punkte neben dem Theme-Namen kann man unter der Option "Ausprobieren und anpassen" die aktuellen Inhalte des Blogs sehen, ohne diese Veränderungen direkt speichern und veröffentlichen zu müssen. Die meisten Themes bieten sogar schon ein Headerbild an, das man (vorübergehend) verwenden kann.

Hat man sich für ein Theme entschieden, kann auch dieses mit verschiedenen Optionen an die Vorstellungen angepasst werden, die man von seinem Blog hat, wie ich wiederum mit einem ThingLink-Bild erklären möchte.

Vorher aber noch ein wichtiger Hinweis zum ressourcenschonenden und Schülerinteresse-berücksichtigenden Arbeiten: Je älter eine Klasse ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man technikaffine SuS in der Klasse hat, die vielleicht sogar Erfahrungen in dieser Hinsicht mitbringen. Jedenfalls finde ich es immer lohnenswert, die SuS auch für die verschiedenen Aufgaben rund um den Blog wie Lektorat/ Gesamtbild, Design, Technik, Netiquette in Teams einzuteilen und ihnen somit Verantwortung für ihr Projekt zu übertragen. (Siehe Einrichtung eines zweiten Administrator-Accounts)

Gerade wenn man noch nicht mit Grafikprogrammen gearbeitet hat und befürchtet, den Geschmack der SuS nicht zu treffen, sollte man sich trauen, diese Aufgabe an begeisterungsfähige SuS abzugeben (bei mehreren Vorschlägen kann man ja auch Konkurrenzvorschläge diskutieren lassen) und sich von ihren Vorschlägen überraschen lassen, wenn man ihnen bei der Entwicklung freie Hand lässt und sie ihre Kreativität ausleben können. Handelt es sich um ein größeres Projekt, das auch analoge Enstprechungen findet, könnte man ebenso über die Bedeutung von "Corporate Identity" (den Wiedererkennungswert, hier z.B. ein sehr ähnliches Logo, aber mit farblichen Unterschieden) sprechen und sich für eine gemeinsame optische Linie entscheiden.

Schau dir auch dieses ThingLink-Bild auf der Webseite in Originalgröße an.

Fazit

Als ich begann, dieses Tutorial zu schreiben, dachte ich, dass es eine einfache Sache wäre, weil ich ursprünglich geplant hatte, einfach die "technischen" Aspekte der Blognutzung zu erklären - was ich ja auch gemacht habe.

Je weiter ich mit den Inhalten dieses Beitrages fortschritt, desto mehr habe ich aber gemerkt, dass ich mit dem, was innerhalb seiner ohnehin schon stark ausgeweiteten Grenzen gesagt werden soll, bei Weitem nicht den Möglichkeiten gerecht werde, die das Bloggen bietet und außerdem dringend mal ein paar Anmerkungen zu meiner Digital-Media-Strategie bezüglich Eltern-Schüler-Überzeugungsarbeit machen sollte. Also tippe ich hinter den Kulissen fleißig an diesen beiden "Spin-Offs" und hoffe, damit etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

Denn eines muss man auf jeden Fall festhalten: Blogs bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, Inhalte zu erstellen und die vielen Varianten der Produktion mit digitalen Medien an einem (Projekt-)Ort für eine Lerngruppe zu bündeln. Auch wenn das alles vielleicht noch sehr abstrakt ist und das Tutorial auf den ersten Blick nach viel Arbeit aussieht, kann ich nur eines ganz, ganz laut in die Tasten tippen:

Ausprobieren! 

Denn während ich natürlich alle Eventualitäten erklärt haben wollte, ist es in der Realität noch viel leichter. Und vor allem - ich versprech's:

Es lohnt sich!

Dabei kannst du mir natürlich helfen: Sind dir schon jetzt Fragen gekommen, hast du Anregungen oder ist etwas unklar geblieben? Immer her damit, bitte! Die Kommentarfunktion und ich, wir freuen uns auf deine Worte! 😉

Kristina

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