FAQ

Zugegeben, die Tutorial-Serie ist noch ganz neu und deswegen ist "frequently asked" in diesem Zusammenhang aus dramaturgischen Gründen geschönt. Da wir Lehrer ja aber ohnehin Vollprofis darin sind, Fragen zu stellen, deren Antworten wir schon kennen *hust*, macht's ja nix, wenn ich die zentralen Inhalte der Stunde schon mal vorwegnehme - nicht wahr? 😎

?) Warum schreibst du diese Tutorial-Reihe?

Digitalisierung ist mir ein wichtiges Anliegen - gleichzeitig weiß ich aber, dass viele Kolleginnen und Kollegen sich mit den Medien überfordert fühlen und dass es definitiv nicht genug Fortbildungs- und Hilfsangebote gibt, damit sie einfach so nebenbei anfangen können, die Technik in ihre gewohnten Arbeitsweisen einzubinden, analoge Verfahren durch geeignete digitale abzulösen und das Medien- und Methodenspektrum zum Nutzen aller zu erweitern. Weil es auf Dauer wenig bringt, in Fünf-Minuten-Phasen den Erklärbär im Lehrerzimmer zu spielen, habe ich mir überlegt, dass es ganz schön wäre, wenn es Einsteiger-Tutorials zum Nachlesen gäbe.

Ausführlich geschilderte Zusammenhänge mit der aktuellen Berichterstattung über die Digitalisierung kannst du im Einstiegspost durchlesen.

?) Warum heißt sie "Pad-agogisch wertvoll"?

Ich bin ein Freund von Wortspielen und mir ist nichts Kreativeres eingefallen.

?) Warum bist ausgerechnet du dafür geeignet? Du hast weder ein abgeschlossenes Informatik-Studium noch die Weiterbildung zum 🍏-Teacher!

Dafür bin ich auch kein Fachidiot. Ällebatsch. Je mehr man sich in der digitalen Bildung auskennt, desto spezieller werden die Interessen - das ist wohl mit jedem anderen Gegenstand auch so. In der Schule sind das die Momente, wo es schwierig wird, denn je fitter ich in einem Thema bin, desto mehr muss ich mich zurücknehmen und daran erinnern, wie es ist, das noch nicht zu können, um den Schülern helfen zu können. Deswegen dachte ich mir, dass es besser ist, mit dieser Reihe für Newbies anzufangen, solange ich eben auch noch nicht genau weiß, wohin der Hase läuft, denn dann fällt es mir vielleicht auch noch leichter Schwierigkeiten zu antizipieren. Das, was ich mir vorgenommen habe, traue ich mir durchaus zu - andernfalls hole ich mir Hilfe. 😉

?) Ist die Digitale Bildung nicht eigentlich schon viel weiter als Software installieren und Arbeitsblätter mit Word gestalten?

Klar. Aber eben das ist vielleicht auch das Problem: Die einen rennen vorne weg, die anderen haben vielleicht den Start verschlafen oder nach einer Weile den Anschluss verloren. Gerade für die Basics gibt es aber - zumindest nach meinen Recherchen - wenig oder veralteten Input. Man kann sich auf Youtube Classroom Tours ansehen, Videos über Bullet Journaling für die Organisation, Erklärvideos von Schülern - aber irgendwie sind so viele Videos und Tutorials Special Interest für Fortgeschrittene Digitalisierungsfreunde, dass die Newbies in die Röhre gucken.

?) Wenn du so digital bist, warum machst du dann keine Youtube-Videos, sondern schreibst Texte?

Erstens glaube ich, dass die Zielgruppe, die ich ansprechen will, nichts gegen Texte hat - in vielen Bereichen unseres Jobs sind sie ja nach wie vor eine extrem wichtige Wissensquelle. Zweitens mag ich selbst Text-Tutorials lieber als Videos - nicht nur, weil das lästige Anhalten und Zurückspulen sich beim Lesen natürlich anfühlt. Außerdem fühle ich mich beim Schreiben von Erklärtexten viel wohler als beim Videodrehen am Schreibtisch ohne Publikum.

?) Wohin geht die Reise?

Puh, gerade schreibe ich ja noch an Level 1, also den Posts 1-5, und da geht's erstmal darum, sich im digitalen Arbeiten einzurichten und mit dem Arbeitsgerät vertrauter zu werden. Ich kann mir einiges vorstellen und solange die Digitalisierung mit rasenden Schritten voranschreitet während ich hier einen Roman nach dem anderen in den Editor tippe, wird sich das Ziel wahrscheinlich eher von mir entfernen als näher kommen...

?) Was willst du bei den Lesern erreichen? Sollen sie in Zukunft alle FlippedClassroom machen, mebis mit irren Datenmengen zum Absturz bringen und von den Schülern heimlich Nerd genannt werden?

Nö - schon allein deswegen nicht, weil's vooooooll lame echt langweilig wird, wenn wir alle dasselbe machen und dann müssen wir uns schneller ne neue Revolution in Sachen Bildung überlegen als uns lieb ist, um die Schüler wieder hinter'm Ofen vorzulocken... Ich freu mich über jeden, der sich nach dem Lesen sowas denkt wie "Probier ich aus!" - "Ist ja gar nicht so schwer!" oder "Macht mir das Leben leichter."

?) Warum hast du selbst so einen Narren an der Digitalisierung deines Unterrichts gefressen? 

Das ist echt ein Thema, dem ich einen kompletten Post widmen könnte (was ich wohl auch irgendwann tun werde, wenn ich genug geschrieben habe, dass es nicht mehr wie Indoktrination rüberkommt, wenn ich eine Lobeshymne anstimme...). Meine Lieblingsschlagworte in diesem Zusammenhang sind Arbeitserleichterung, Individualisierung und neue Perspektiven/ Horizonte.

Wenn meine Tutorials darauf schließen lassen, habe ich eigentlich schon was richtig gemacht.😊

Du hast mehr Fragen? Hau raus! Hinterlasse einen Kommentar, schreib mir 'ne Mail oder ne DM auf Twitter oder Instagram - ich freu mich! 🙂

Kristina

Credits

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    Die Frau mit dem Dromedar von Kristina Wahl ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
  • Die Texte (ausgenommen gekennzeichnete Passagen) stammen von der Autorin dieses Blogs und sind ab August 2017 entstanden.
  • Die illustrierenden Grafiken und Screenshots habe ich ebenfalls - sofern nicht anders angegeben - selbst mit dem Bildbearbeitungsprogramm Paint.net erstellt. Bei den Schriftarten handelt es sich um Digital-7, Ballpark, Kenzo und Eraser. Die verwendeten Dingbats Fonts sind Peax Drawn Icons, Peax Webdesign Arrows, Peax Webdesign Circles und Peax Webdesign Free Icons.
  • Ein herzliches DANKE geht an die bezaubernden Offline-KollegInnen, die mich dadurch, dass sie mir vertrauensvoll Fragen stellen (und mir zutrauen, dass ich eine Antwort weiß), überhaupt erst auf die Idee gebracht haben, diese Texte zu schreiben. Außerdem natürlich auch an die wunderbaren KollegInnen im "Twitterlehrerzimmer" #BayernEdu #EduPnx #EDchatDE, die mir immer wieder eine tolle Inspiration sind.

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