Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Kristina und das ist mein Dromedar. Seine Geschichte erzähle ich weiter unten. Wir wohnen zusammen mit dem Mann, einer Horde Elefanten #allenichtecht und einem Hamster #sehrecht im schönen Unterfranken. Ich liebe den Lehrerberuf (auch wenn sich meine Erfahrungen auf das Gymnasium mit den Fächern Deutsch, Geschichte & Sozialkunde beschränken), mein Büro und alles, was ich daran zusammenbastle, gute Bücher, leckeres Essen , Musik und das Zusammensein mit Freunden & Frollegen.

Den Blog gibt's, weil ich einen Spielplatz brauche, an dem ich mich austoben kann, wenn gerade keiner da ist, um sich die Klassenzimmer-Geschichten anzuhören und weil ich auf Digitalisierung stehe, dann gehört sich das einfach nunmal, dass man da auch sowas hat, ne? Hier geht's um alles, was mit Schule zu tun hat - weiter will ich mich nicht festlegen, solange es der Lehrplan nicht tut. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich jederzeit über deine Kommentare, Mails und DMs! 

Kristina

🐪 Die Geschichte vom Dromedar 🐪

Die Geschichte vom Dromedar beginnt mit nicht enden wollenden Papierstapeln auf dem Schreibtisch, einer Menge Arbeit und einer sehr, sehr anstrengenden achten Klasse - alles zusammen hielt mich mal eine Weile ziemlich in Atem. Ihr kennt das vielleicht - ich wusste nicht mehr so genau, wo oben und unten ist und war abends einfach nur froh, wenn ich in meinem Bett lag. Glücklicherweise hatte ich in dieser Zeit, in der der Stressteufel hinter mir her war, eine wunderbare Mentorin und Kollegin an meiner Seite, die sich alles geduldig anhörte, mich immer wieder ermutigte und immer ein liebes Wort für mich hatte. Als dann die Vorweihnachtszeit kam, fand ich hin und wieder einen Gruß von ihr in meinem Fach oder an meinem Platz: kleine Texte aus ihrem Adventskalender, die sie auf das eklige bunte Papier kopiert hatte, das sonst nur als Mantelbogen für Leistungsnachweise dient. Ein Text heißt "Ein Dromedar", stammt von Roger Willemsen,  und er machte nicht nur dieses Blatt Papier, sondern auch meinen Tag ein bisschen schöner.

In dem Text geht es darum, dass Herr Hopp am frühen Morgen ein Dromedar spazieren führt - und er tut das einfach, weil ihm danach ist. Genau so gut könnte er durch Laubhaufen laufen oder mit Schimpansen Skat spielen - Herr Hopp macht einfach das, was manche Leute so gerne in ihrem Leben getan hätten, aber sie merken es eben erst, wenn es zu spät ist. [Der Text stammt aus diesem Buch.]

Diese Geschichte hat mich ziemlich beeindruckt und das Bild vom Spazierengehen mit dem Dromedar ist hängengeblieben - so sehr, dass ich mich auf die Suche nach einer Dromedarfigur gemacht habe, um sie meiner Mentorin schenken zu können, aber ich fand keine - obwohl ich die Augen offenhielt. Ich war schon ziemlich traurig deswegen, denn ich wollte ihr unbedingt eines zum Abschied schenken, damit sie - genau wie sie mich daran erinnert hatte - nie vergessen würde, dass man das Dromedar ausführen sollte und damit sie gleich eines parat hat, wenn ihr danach ist. Aber wie das Leben manchmal so spielt, fügte sich schließlich doch alles ganz wunderbar, denn schließlich standen wir beim Abschied voreinander: Sie mit einer Keksdose für mich, ich mit einem Päckchen für sie. In der Keksdose schlummerte ein Dromedar, wie ich es gesucht hatte - im Päckchen wohnte ein anderes Dromedar, das ich für sie gezeichnet hatte, weil ich ihr unbedingt eines schenken wollte und dieser Moment, in dem ich die Keksdose öffnete, war so voll von Zufällen, dass es schon gar keine mehr sein konnten, dass mir das Dromedar und seine Geschichte noch viel mehr ans Herz gewachsen sind.

Das Dromedar ist die Sehnsucht nach und die Erinnerung an den (kleinen) Ausbruch aus dem Alltag, die Mahnung sich selbst nicht zwischen all den Papierstapeln zu vergessen, stattdessen das innere Kind leise zu wecken ("Psssst!") und mit ihm und dem Dromedar bei Fuß eine Runde zu drehen, durch Laubhaufen zu springen und einen Schimpansen zu finden, der einen beim Skat abzockt... Und jedes Mal, wenn ich es angucke, denke ich daran, dass das Leben ein ganz wunderbares ist.