Abstract

Worum geht's? | In Vol. 7 der "Pad-agogisch wertvoll"-Tutorial-Serie erkläre ich, wie man einen Blog einrichtet und mit Inhalten füllt. In diesem ergänzenden Beitrag möchte ich aufzeigen, wie man Blogs im und für den Unterricht nutzen kann, um euer neu erworbenes technisches KnowHow nicht im "luftleeren Raum" stehen zu lassen, denn das, was Blogs ermöglichen, kann großartige Impulse für den Alltagunterricht und insbesondere für die Projektarbeit geben. 😉

Was sind Blogs eigentlich?

An dieser Stelle spare ich mir einen ausführlichen Überblick über die Geschichte des Mediums "Weblog", kurz "Blog" und bemühe mich stattdessen, nur die zentralen Informationen zu sammeln, um einen Überblick zu geben, den wir für die Arbeit mit Blogs im Unterricht brauchen können:

Die Unterschiede zwischen Blogs und "normalen" Webseiten, die vor ein paar Jahren noch deutlich offensichtlicher waren, liegen darin, dass Webseiten im klassischen Sinne statische Inhalte präsentier(t)en. Blogs in ihrer Ursprungsform als Online-Tagebücher dagegen sind charakterisiert durch die (regelmäßige) Erweiterung um neue Inhalte, die  in chronologischer Reihenfolge von neu zu alt dargeboten durch flankierende statische Informationen ergänzt werden. Diese Unterscheidung hat zunehmend an Bedeutung verloren und spielt mittlerweile bei der Rezeption eine geringere Rolle.

Das liegt einerseits daran, dass die technischen Möglichkeiten miteinander verschmelzen, weil die für Blogs verwendete Software mittlerweile auch oft für das Erstellen statischer Webseiten verwendet wird, sodass klare Unterscheidungen nicht notwendig oder sinnvoll sind. Andererseits - und das ist der weit wichtigere Grund - ist das, was das Bloggen anfangs auszeichnete, heute vollkommen alltäglich  und wird durch zahlreiche andere Plattformen ermöglicht: Selbst Inhalte zu erstellen und zu teilen ist keine Frage von Programmiersprachenkenntnissen mehr, sondern bedarf lediglich der Auswahl der richtigen Plattform und einer Registrierung, dann ist vom Statusupdate in Textform (Facebook) über das Teilen von Bildern und Videos mit oder ohne begleitenden Text (Facebook, Instagram, Snapchat, Youtube) mit wenigen Klicks gefühlt alles möglich, die Vernetzung mit dem potenziellen Publikum ist nur ein paar Klicks entfernt.

Geblieben ist davon die Idee des Bloggens und sie erfreut sich ungeahnter Beliebtheit: Das Teilen subjektiv ausgewählter Inhalte, auch aus dem privaten Lebensbereich gemischt mit einer großen Portion Selbstinszenierung ist das Kerngeschäft derer, die als Blogger oder Vlogger (Video-Blogger) auf Youtube, Instagram, Snapchat  & Co. zu "Influencern" werden, und ihre Erzeugnisse rufen gerade bei den überwiegend jugendlichen Rezipienten euphorische Stimmungen hervor, die sich an Klickzahlen in Millionenhöhe messen lassen.

Warum und wozu kann man Blogs im Unterricht nutzen?

Ein Tagebuch für die Schule?

Du wirst dich jetzt vielleicht fragen, was du damit in der Schule anfangen sollst - schließlich heißt unser Erziehungsziel nicht "Machen Sie Ihre SuS zu Influencern!" und auch wenn manche von ihnen sicher gerne wie DagiBee & Co. wären, hege ich insgeheim andere Hoffnungen für ihre Zukunft statt in die Kamera grinsend Schminktipps zu geben... 🙊 #dashabeichniegesagt Das, wozu in Blogs und Vlogs in der Freizeitwelt genutzt werden, ist natürlich kein neues Phänomen, sondern damit zu vergleichen, dass wir (also in der "guten alten Zeit", als alle SuS noch brav und die Gummistiefel aus Holz waren...😏) zum Vergnügen lasen und am Computer Spiele spielten statt Lexika zu wälzen und uns mit Textverarbeitung auseinanderzusetzen... Betrachten wir dieses Medium aber losgelöst von seiner aktuellen Konnotation nur auf der Basis der technischen Möglichkeiten, ergeben sich folgende

Merkmale, mit denen Blogs den Unterricht bereichern können

Blogs...

1. ...als Darstellungsform...

a) ...ermöglichen die Übertragung analoger Gestaltungsarten ins Digitale, weil traditionelle Arbeitsweisen, die zuvor genutzt wurden, in digitale Entsprechungen überführt und in den Blog eingebunden werden können. (z.B. kann man aus einem Aufsatz einen Blogbeitrag machen, Collagen aus digitalen Bildern erstellen lassen und statt Plakaten (PowerPoint-)Präsentationen verlinken lassen)

b)... erweitern analoge Darstellungsformen um die Möglichkeiten digitaler Medien, da Blogs nicht nur die Herstellung von Hypertexten innerhalb des Editors ermöglichen, sondern durch Verlinkungen über den Blogbeitrag hinaus quasi alle Möglichkeiten digitalen Arbeitens eingebunden werden können. (z.B. können Videos problemlos eingebunden werden, was bei Plakaten, sagen wir mal, nur schwer möglich ist und auch mit verschiedenen Apps erstellte Inhalte können in eine Cloud hochgeladen und zum Download zur Verfügung gestellt werden)

2. ...als kollaboratives Arbeitsmedium...

a) ... ermöglichen kollaborative Arbeitsweisen analog zu gewohnten  Kollaborationsverfahren, weil Individual- und Kollektivaccounts Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten mit der selben Flexibilität ermöglichen, die man aus dem analogen Unterrichtsgeschehen gewohnt ist. (Dazu braucht es einfach nur die nötige Anzahl an Accounts und die Weitergabe des Passwortes an die entsprechende Nutzergruppe.)

b)... erweitern den Spielraum kollaborativen Arbeitens, beispielsweise indem durch Anonymisierung mittels Pseudonymen Barrieren persönlicher Natur beiseitegeschoben und die SuS zur unvoreingenommenen Zusammenarbeit animiert werden können. Zudem bietet ein Blog eine Plattform, auf der über den Unterricht hinaus Arbeitsmaterialien und -(zwischen-)ergebnisse aus dem Unterricht bereitgestellt werden können, die für weitere Schritte in Partner- und Gruppenarbeit benötigt werden. Individualaccounts ermöglichen es, auch von außerschulischen Endgeräten synchron auf die Plattform zugreifen und an den Inhalten arbeiten zu können. (Damit könnten die SuS beispielsweise nacheinander den gleichen Beitrag bearbeiten und die Ergebnisse des anderen schon sehen statt eine Datei auf einem USB-Stick aus der Schule mitzunehmen und sie mehrfach per Mail hin- und hersenden zu müssen, um die Aufgabe zu erledigen)

3. ...als Kommunikationsmedium...

a) ... ermöglichen Kommunikation analog zu herkömmlichen Kommunikationsweisen, indem via Kommentarfunktion Diskussionen gestartet werden können, wodurch analoge schriftliche Formen wie die Schreibkonferenz auch digitalisiert durchgeführt werden können. (Durch Verschachtelung von Kommentaren wird auch grafisch deutlich, wer wem antworten wollte und die Lehrkraft hat als Administrator die Möglichkeit, die einzelnen Beiträge der Kommentatoren zu prüfen, um Hilfestellung zu geben ohne dafür vom Platz aufstehen zu müssen...nichts gegen Bewegung, aber so wird der Überblick von 30 Heften auf einen Bildschirm verlagert und das erleichtert die Arbeit immens!)

b) ... erweitern Kommunikation, indem sie als Teil des Internets Öffentlichkeit herstellen, sodass (Zwischen-)Ergebnisse über die Klassenzimmergrenzen hinaus geteilt und kritisch diskutiert werden können. (So ergeben sich beispielsweise für den Unterricht in Parallelklassen oder gemeinsame Projekte mit diesen spannende Möglichkeiten - auch wenn Stunden unterschiedlicher KuK nicht parallel liegen oder die SuS auf persönlicher Ebene mit der anderen Lerngruppe keinen regen Kontakt pflegen.)

4. ...als mediales Produkt...

a) ...ermöglichen das Erleben des Prinzips der Urheberschaft an geistigen Werken. Ähnlich wie bei der analogen Werkproduktion können die SuS die Entstehung eines eigenen Produktes erleben. (Sie gehen aber deutlich motivierter ans Werk, wenn das Produkt öffentlich gezeigt wird und sie es auch Zuhause vorzeigen können. Zudem gibt es so endlich mal "richtige Adressaten", die es wirklich notwendig machen, ein Ergebnis auch nach der Betrachtung durch die Lehrkraft zu überarbeiten, um die bestmögliche Außenwirkung zu erreichen.)

b)...erweitern die Darstellungsformen um die in 1) bereits erwähnten Merkmale und Möglichkeiten des digitalen Arbeitens. (Das bedeutet eine spannende Mischung aus Arbeitserleichterung durch einfachere Überarbeitungen und die angemessene Nutzung der Medienvielfalt, die das Internet bereitstellt.)

c) ...erweitern das Erleben der Urheberschaft um einen lebensweltlichen Kontext, weil sie die SuS durch die Öffentlichkeit ihrer Werke zur Übernahme von Verantwortung für selbige zwingen. So verbinden sie Urheberschaft und Urheberrecht in einer Weise, die bei einer klassischen Plakatarbeit nicht in den Fokus des Erlebens rückt - schon allein, weil sich das Gefühl der Öffentlichkeit innerhalb des Schulgebäudes nicht in dem Maße einstellt, wie es das Internet vermag. (Über Urheberrecht, Copyright und Datenschutz Bescheid zu wissen, ist wichtig und wird von vielen SuS im Arbeitsleben gebraucht werden. Im Schutzraum Schule bleibt dieses Wissen immer abstrakt. Kaum droht aber eine Abmahnung, wenn man Fehler macht (natürlich simulieren wir den Fall bevor er eintritt und beugen vor!), gewinnen diese Themen einen nicht von der Hand zu weisenden Lebensweltbezug, der auch in Verbindung mit dem Verhalten in Sozialen Medien und negativen Erfahrungen wie Cybermobbing diskutiert werden kann.)

*Anmerkung zum synchronen Arbeiten: Die meisten Blogplattformen unterstützen das synchrone Bearbeiten von Blogposts noch nicht - mit Verlinkungen zu Etherpads wie ZUMPad lässt sich dieses Problem allerdings schnell beheben. 

Ich, du, wir? - Unterschiedliche Modelle der Autorschaft

Die soeben skizzierten Merkmale, mit denen Blogs den Unterricht bereichern können, sind vor allem dann zutreffend, wenn man mit einer Lerngruppe gemeinsam an einem Blog arbeitet, beispielsweise im Rahmen eines Unterrichtsprojektes. Da die Arbeit als Autorenkollektiv aber nur eine realisierbare Variante darstellt, sollen drei Konzepte im Folgenden kurz vorgestellt werden:

a) Bloggen für die SuS

Zum "eingrooven" ins Bloggen und als organisatorische Unterstützung besteht die erste Variante der Autorschaft darin, dass die Lehrkraft für die SuS bloggt - also als alleiniger Urheber der Beiträge Tipps und Tricks, Aufgabenstellungen und weiterführende Verweise mit ihnen teilt.

Diese Art des Bloggens nutze ich quasi permanent mit meinen Klassen, weil es eine wunderbare Erleichterung des Arbeitsalltages ist, wenn Materialien bereitgestellt werden können, ausführlichere Aufgabenstellungen nachlesbar sind oder zusätzliche Übungen erstellt werden können, ohne die SuS mit einer Flut aus Arbeitsblättern zuzuwerfen, die von der Hälfte sowieso nicht bearbeitet wird, wenn das Siegel "freiwillig" darauf klebt. Hierfür habe ich meinen Lehrerblog, den ich aktualisiere und der auch als Ausgangspunkt für Arbeiten im Computerraum fungiert.

Zwar erfordert es ein bisschen Gewöhnung, den Blog zu pflegen, gleichzeitig erspart es mir an anderen Stellen organisatorischen (Mehr-)Aufwand: Wer ein Blatt nicht wiederfindet, kann es dort selbstständig beschaffen, "ich hab mir die Hausaufgabe falsch aufgeschrieben" ist keine Ausrede mehr, die wertvolle Unterrichtszeit kostet und auch umfangreichere Einzel- oder Gruppenarbeiten können von den SuS bequem im eigenen Tempo erledigt werden, ohne dass ich riesige Stapel laminierter Arbeitsaufträge mit mir herumschleppen muss.

Mein Lehrerblog ist passwortgeschützt und alles, was datenschutzrelevant oder persönlich ist, findet nach wie vor nur in der Face-to-Face-Kommunikation statt. Das hat den netten Nebeneffekt, dass sich die Lerngruppen bereitwilliger auf das Medium einlassen, weil ich es als arbeitserleichterndes Instrument einführe und erst nach und nach zum zentraleren Gegenstand des Arbeitens werden lasse, wenn ich merke, dass sich alle gut daran gewöhnt haben und der Blog positiv konnotiert ist.

Selbst als Autorin aktiv zu sein, bedeutet für mich (auf meinen "Dienst"-Blog bezogen), eine Dienstleistung zur Verfügung zu stellen, von der ich selbst genauso profitiere wie die SuS. Gleichzeitig mache ich meine Expertise in Sachen digitale Medien sichtbar - ein Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist, weil SuS ja oft skeptisch sind, ob die Lehrkraft mit den Medien auch wirklich umgehen kann...😎 Das schafft eine gute Basis, um die SuS in den anderen Modellen selbst aktiv werden zu lassen:

b) Bloggen mit den SuS

Das zweite Modell ist zutreffend, wenn eine Lerngruppe - wie innerhalb des Technik-Tutorials thematisiert, aber auch in diesem Text schon genannt - selbst als Autor, präziser: als Autorengruppe, aktiv wird. Ob mit 30 Einzelautoren, oder 5-6 Autorengruppen mit je 5-6 Mitgliedern, wechselnden Autorenpaare oder Tandems mit der Parallelklasse: Technisch ist durch die Option des Hinzufügens weiterer Autoren der Fantasie kaum eine Grenze gesetzt.

Diese Art, einen Blog zu führen, eignet sich für zahlreiche Unterrichtssituationen, weil es beispielsweise möglich ist, einen Klassenblog zu führen, auf dem über Neuigkeiten berichtet wird, einen Fachblog zu führen, auf dem immer wieder Ergebnisse der reguären Arbeit im Schuljahr präsentiert werden oder auch einen Projektblog zu betreiben, der über einen Ausschnitt aus der Unterrichtsarbeit berichtet, welcher aufgrund thematischer und zeitlicher Begrenzung als Projekt bezeichnet werden kann.

Der Vorteil an einem Blog ist - neben den zahlreichen Umsetzungsmöglichkeiten des bereits genannten - dass er dabei ein stets flexibles Medium bleibt: Der Umbau vom Projekt- zum Fachblog ist durch die Anpassbarkeit ebenso möglich wie die Weitergabe der Administration an eine nachfolgende Lehrkraft oder einzelne SuS, sodass das Medium die SuS über einen längeren Zeitraum begleiten kann.

In jedem Fall kann ein gemeinsamer Blog das Gemeinschaftsgefühl stärken, weil die Lerngruppe für seine Gesamt-Außenwirkung verantwortlich ist und die SuS einzeln oder als Kleingruppe für einzelne Elemente "geradestehen", indem sie sie erstellen.

Neben vielen sozialen Kompetenzbereichen wird so auch der Blick für das "große Ganze" geschärft, denn als ein jederzeit verfügbares, öffentlich einsehbares Medium ist ein Blog ein Panoptikum der Unterrichtsarbeit, wie es eigentlich nur eine Internetseite zu sein vermag, weil das Betrachten der Unterrichtsergebnisse sonst mindestens an Zeit und Ort gebunden sind, oft aber noch anderen Restriktionen unterliegt. Einen Blog einzurichten, bedeutet das Potenzial des größtmöglichen Publikums und der umfassendsten Verfügbarkeit auszuschöpfen und damit eine Bedeutung und einen Lebensweltbezug zu schaffen, die Hefteinträge und Plakatausstellungen nicht leisten können. Gleichzeitig - auch das darf erwähnt werden - schont ein Blog dabei gleichzeitig Ressourcen, weil es eben nicht notwendig ist, einen halben Schreibwarenladen in die Schule zu karren und für eine Ausstellung mühsam Publikum herbeizuwinken. (Und wir wissen, dass das viel Zeit, Kraft und Nerven kosten kann) Bei allem Charme, den das Offline-Erlebnis hat, werden manche Herausforderungen, vor die einen die analoge Welt stellt  und die Projekte zum Scheitern bringen, bevor sie überhaupt angefangen haben, durch die Transformation ins Digitale bewältigbar.

c) SuS bloggen lassen - Blogs als Lerntagebücher und Portfolios

Wie eigentlich immer in didaktischen Kontexten besteht die größte Kunst darin, wenn die SuS bei möglichst wenig Anleitung möglichst selbstständig arbeiten. 😃 Bereits auf der Ebene des gemeinsamen Bloggens ist hier schon viel möglich, denn es gibt unendlich viel Spielraum für Aufgabenstellungen und daraus zu fertigende Inhalte, wir kommen gleich noch auf ein paar Beispiele.

Vorher soll aber unbedingt erwähnt werden, dass ein Blog auch ein Medium sein kann, das (als Ganzes von einzelnen SoS betrieben) eine digitale Variante bekannter analoger Medien darstellen kann: Blogs sind eine hervorragende Grundlage für Lerntagebücher und Portfolios - im formellen und im informellen Rahmen. Welche große Rolle Blogs beim selbstständigen Lernen spielen können, wird mir nicht nur am Beispiel von SuS bewusst, die innerhalb von Projektblogs zwischen den einzelnen Beiträgen Kompetenzen entwickeln, die sie vorher nicht für möglich gehalten hätten und die sie dazu bringen, am Ende den Anfang überarbeiten zu wollen, weil sie ihre ersten Ergebnisse selbst als nicht mehr up-to-date betrachten.

An dieser Stelle sei mir vielmehr auch ein persönliches Wort gestattet: Je informeller ein Kontext ist, in dem man lernt, desto schwieriger ist es, einen Lernfortschritt sichtbar zu machen - vor allem deswegen, weil man von niemandem Aufgaben gestellt bekommt oder bewertet wird. Dieser Blog hier ist als Spielplatz gestartet und ich hatte zunächst gehofft, einfacher Materialien und Informationen teilen zu können - vielleicht auch ein bisschen Anschluss im digitalen Lehrerzimmer zu finden. Wenn ich mir ansehe, was ich in etwas mehr als einem halben Jahr gelernt habe, seit ich diesen Blog gestartet habe, dann wird mir ganz schwindlig - vor allem, weil ich das Medium an sich und seine Möglichkeiten vorher schon aus dem "FF" kannte: Mein Blog ist einerseits der Ort, an dem ich meine Fortschritte (mit etwas Abstand, um die Illusion meiner Expertise aufrechterhalten zu können 😏 ) dokumentiere. Er ist aber andererseits gerade der  Antrieb, auszuprobieren und weitere Fortschritte zu machen, und der Grund, weswegen ich weiß, dass es sich lohnt, manchmal eben doch nicht nur praktisch, sondern auch ein bisschen utopisch zu denken. Damit sind "Die Frau mit dem Dromedar" und das Twitterlehrerzimmer die zwei wichtigsten extrinsischen, aber informellen Triebfedern, um mich in (wirklich aktuellen) schulischen Themen weiterzubilden (und mir wie in diesem Post einzubilden, das auch für andere anstoßen zu können 😎): Ganz ohne Druck und Fortbildungstags-Soll motivieren mich die u.a. auf Twitter zu findende Kollegialität und (m)ein Medium, das mir das Teilen meiner Ideen und ihre Gestaltung ermöglicht, ohne durch institutionelle Rahmenbedingungen eingeschränkt zu werden. Ich rate zum dringenden Ausprobieren - du und deine SuS, ihr könnt nur gewinnen! ✌️

Blogs - die eierlegende Wollmilchsau für den (Projekt)Unterricht

Wahrscheinlich hast du jetzt schon Ideen, was du damit machen kannst - wenn nicht, schau dir das technische Tutorial an und probier es einfach mal aus! Es wäre wahrscheinlich eine ellenlange Liste, die man - sortiert nach Fächern und Schulstufen - führen könnte, wenn man mit dem Anspruch auf Vollständigkeit damit beginnen wollte: Ein Mittelalter-Projektblog in der siebten Klasse? Ein Ort, an dem die Märchen meiner Fünftklässler veröffentlicht werden können, sodass sie ihren kleinen Geschwistern abends im Bett daraus vorlesen können? Ein Showcase eines Projektseminars zum kreativen Schreiben in der Oberstufe, das den schlummernden Talenten endlich mal ein bisschen Öffentlichkeit verschafft? Raum für den Wochenbericht, der in Sozialkunde in der 10. Klasse keinen Plat hat, weil das Fach einstündig unterrichtet wird? Ein Blog für Schreibkonferenzen zwischen zwei parallelen 9. Klassen, die sich so auch auf die Debatte vorbereiten könnten? Der Platz, an dem die "Lernen durch Lehren"-Materialien der Achtklässler gesammelt werden und der ihnen umso mehr verdeutlicht, dass diese Methode sorgfältiges Arbeiten verlangt, weil eigene Unachtsamkeiten die Fehler von mindestens 29 anderen nach sich ziehen könnten? ... Ich glaube, du hast einen Eindruck bekommen.

Ein paar Ideen, die aus dem #twitterlehrerimmer kommen und dem nachfolgend eingebetteten Thread stammen, möchte ich zur Anregung außerdem auflisten, weil ich mich ja fachlich eher mit Deutsch, Geschichte und Sozialkunde als mit anderen Fächern auskenne:

Sicherlich werde ich diese Liste in Zukunft noch weiter ergänzen können - oder du fragst einfach mal die Suchmaschine deiner Wahl, ob sie ein Beispiel für dich findet. Aber du siehst schon: Vom Tagebuch einer Grundschulklasse bis zum Projektblog eines Abiturkurses oder dem Lerntagebuch eines schwer zu motivierenden Mittelstufenschülers ist alles möglich! Man braucht nur ein bisschen Einarbeitungszeit und Selbstvertrauen: Das klappt schon! 😎✌️

Bloggen - ein Gewinn für deinen Unterricht

In einem Satz:

Bloggen kann bereichern. Deinen Unterricht. Deine SchülerInnen. Deine KollegInnen. Und dich selbst.

Das klingt pathetisch, aber weil ich um die Möglichkeiten weiß, die man so einer Webseite schaffen kann und die von Arbeitserleichterung bis zum Vordringen in ohne Blogs unentdeckt bleibende didaktische Gefilde reichen, schlage ich an dieser Stelle einen schriftlichen Purzelbaum und verbleibe - nach der Bitte, dich mit Fragen, Wünschen und Anregungen via Kommentar oder Mail [diefraumitdemdromedar[@]gmail.com] direkt an mich zu wenden - mit dem einzig möglichen Appell:

Nur Mut!

Kristina

Kommentar verfassen