Archiv der Kategorie: Frau Dromedar schreibt

Im Spiegel – Ein Essay über Reflexionskompetenz

Abstract

Worum geht’s? | Ein zentrales Ziel der Lehrerausbildung ist die Entwicklung von Reflexionskompetenz. Deren Anbahnung geht einher mit der stetig wiederkehrenden Aufgabe an die Auszubildenden, das eigene pädagogische und didaktische Handeln und Wirken zu reflektieren. Die Lösung dieser Aufgabe stellt sie vor große Herausforderungen, weil sie voraussetzt, sich einen Spiegel vorzuhalten, das Gesehene von sich selbst zu abstrahieren und die eigenen Handlungen in den Zusammenhang des großen Ganzen einzuordnen, um die Rolle des Lehrenden für den Lernerfolg der SchülerInnen zu beurteilen und die eigene Professionalität weiterzuentwickeln. Vielfach wird die Entwicklung von Reflexionskompetenz als unangenehm betrachtet, weil sie auf einer Ebene stattfindet, die tief unter aller Professionalität in unserer Persönlichkeit beheimatet zu sein und ihre Bewertung damit unser Selbst anzugreifen scheint, an das wir keine Fremden heranlassen wollen.

Mit diesem Essay möchte ich zu zeigen versuchen, dass auch die Reflexion auf der persönlichen Ebene eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit spielen und für das eigene Verständnis von Unterrichts- und Lehrerfolg von großer Bedeutung sein kann, und dass es sich lohnt, sich auf diese Herausforderung einzulassen, auch wenn sie unangenehm erscheinen mag.

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#refisbelike – Ein wundervoller Moment im Referendariat

Auf der Suche nach dem Wunderbaren

Worum geht's? | Bob Blume ist auf der Suche nach dem Wunderbaren1, er hat eine Blogparade gestartet und ein großartiges Ziel formuliert, er möchte nämlich die wundervollen Momente des Referendariats sammeln, um allen aktuellen und zukünftigen ReferendarInnen zu zeigen, dass das Ref nicht nur Stress, Hektik und viel Arbeit bereithält, sondern dass es auch eine Zeit der großartigen Erfahrungen ist. Mit diesem Beitrag möchte ich mich daran beteiligen.

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Was bleibt – ein etwas anderer Rückblick

Wieder ist ein Jahr vergangen, eigentlich wäre es an der Zeit für einen Jahresrückblick, eine buntes Panorama der bedeutendsten Momente des Jahres 2017, für die lustigen Pannen, für die großen und die kleinen Katastrophen und natürlich besonders für die Highlights und die Erfolge – kurzum für alles, was dieses Jahr spannend, bunt und ereignisreich gemacht hat. Was bleibt – ein etwas anderer Rückblick weiterlesen

Die Antwort lautet: „Und!“ – Gedanken zur Schul- und Unterrichtsentwicklung

Abstract

Worum geht's? | "Die Frau mit dem Dromedar" war noch bis vor einer Woche mein rein digitales Baby, nun wagt sie sich in die analoge Realität: Ich habe die Möglichkeit bekommen, Fortbildungen zum Thema "Digitalisierung des Lehrens und Lernens" anzubieten. Wer Antworten geben will, muss umso mehr Fragen stellen, fürchte ich. 😉 Und weil dieser Blog nicht nur ein Input-Medium für euch, sondern auch ein Reflexionsmedium für mich ist 🙈, möchte ich meine Gedanken auf diesem Ausflug, der auch etwas mit dem großen Feld der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu tun hat, mit euch teilen.

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Warum sollten wir uns auf die Digitalisierung des Lehrens und Lernens einlassen?

Abstract

Worum geht's? | Mittlerweile gibt es bereits siebeneinhalb Folgen meiner Tutorial-Serie "Pad-agogisch wertvoll" und auch wenn ich im Leitartikel bereits die Gründe dafür genannt habe, warum ich diese ins Leben gerufen habe, haben wir uns noch nicht der Frage gewidmet, warum es auch für Dich gewinnbringend sein kann, Dich der Digitalisierung des Lehrens und Lernens zu verschreiben. Weil es gerade für Neulinge im Bereich der Digitalisierung wichtig ist, zu wissen, warum sie Zeit und Nerven (die wohl wichtigsten Ressourcen im Lehreralltag) auf den Erwerb von Expertise in diesem Bereich verwenden sollten, begeben wir uns heute auf Spurensuche nach den lohnenswerten Aspekten der Digitalisierung.

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Wer schreibt, bleibt? – Über Sinn und Widersinn des Abschreibens als pädagogische Maßnahme

Leugnen ist zwecklos: Jeden Tag produzieren SuS kilometerweise mehr oder weniger sorgfältig abgeschriebene Texte, weil sie sich nicht an Schul- oder Unterrichtsregeln gehalten haben und ob das eine sinnvolle Sache ist, wird teilweise heiß diskutiert. Den Anlass für diesen Text bildet der Tweet von @frausonnig, die diese Auszüge aus einem Grundschulplaner fotografiert hatte und auf Twitter nach Meinungen zu dieser "pädagogischen Maßnahme" fragte.

Ich könnte jetzt vollmundig versprechen, dass ich diese Frage im vorliegenden Artikel ein für alle Mal klären werde, sodass wir uns in der Kaffeeküche endlich netteren Themen widmen können. Aber das wäre Vorspiegelung falscher Tatsachen, weil in der Schulordnung, an die ich mich zu halten habe, klassische „Strafarbeiten“ in Form des stupiden Abschreibens gar nicht erlaubt sind, weswegen ihr zu Recht die „Ergebnisoffenheit“ eines solchen Prozesses anzweifeln könntet. Ich werde mich also umso mehr um die sorgfältige Ausleuchtung meines pädagogischen Standpunktes zum Thema bemühen müssen.

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Es geht nicht um uns.

Wir sind die Guten. Wir sind Teil einer Graswurzelbewegung, wir sind die digitale Avantgarde – die, die die ausgetretenen Pfade verlassen und voranschreiten auf neuen Wegen – WIR werden die sein, von denen man in den Geschichtsbüchern lesen wird, dass sie die Digitalisierung der Schulen maßgeblich vorangebracht haben, weil sie unermüdlich in den Sozialen Medien und auf ihren Blogs dafür gestritten haben, dass die Technik in die Schulen muss, aber halt – da ist noch viel mehr – dass sie mit einem Masterplan, gerne „Konzept“ genannt, in die Schule muss, damit diese zukunftsfest wird! Wir glauben daran, dass wir die Enzyklopädisten unter den Revolutionären sein werden – die, die bereits alles Wissen zusammengetragen hatten, bevor Fackeln und Mistgabeln zum Sieg über überkommene Systeme verhelfen werden! Fehlendes WLAN wird uns nicht aufhalten, Kreidestaub unser Drängen nicht bremsen, BYOD1 hat schließlich bei den Mistgabeln auch schon funktioniert! Und jetzt alle: „Aux armes, citoyens, Formez vos bataillons, Marchons, marchons!“ Vive la revolution! 🏴‍☠️

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„Sie riechen deine Angst.“ – Vom Konsequent-Sein

"Sie riechen deine Angst." - dies ist ein immer wieder gern bemühtes Zitat, wenn es um Disziplinprobleme im Klassenzimmer geht, gerade wenn der Hilfesuchende den Job noch nicht lange macht. Es stellt uns gegenüber: Die Schüler als wilde Raubtiermeute auf der einen Seite, immer kurz davor den Lehrer - auf der anderen Seite als vermeintlich starker Löwenbändiger in die Manege gekommen und nun wimmernd in der Ecke stehend als Schatten seiner Selbst, die Peitsche zitternd auf den Boden gesenkt haltend - zu zerfleischen. Kannst du das hungrige Donnergrollen ihrer Mägen hören? Guuuut, das Bild wirkt.

Zum Thema "mangelnde Disziplin im Klassenzimmer" hätte ich eigentlich meine Frollegin R. um einen Gastbeitrag bitten sollen, denn sie hat das Talent, das viele von uns  - unter anderem ich - gerne hätten, denn R. hat's drauf: In ihrem Unterricht ist es ruhig. Punkt.

Im Gegensatz dazu empfinde ich meine Stunden manchmal als das Volksfest der Gremlins, als Sturm der Piranhas

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#randnotiz | Wie kann man in diesen Zeiten noch Kinder in die Welt setzen?!

Um uns herum tobt es. Ich muss die weltpolitische Situation nicht schildern, das tut die „Tagesschau“ täglich, der „Spiegel“ schreibt über sie, die „Zeit“ und viele andere kluge Köpfe. Es geht ab – und wir wissen nicht wohin, man kann es mit der Angst zu tun kriegen. Ich kann es nur im Ansatz verstehen, wie es ist, wenn man für einen kleinen Menschen Verantwortung trägt, aber ich habe ein Gefühl dafür bekommen, wie es sich anfühlen muss, den Eindruck zu haben, #randnotiz | Wie kann man in diesen Zeiten noch Kinder in die Welt setzen?! weiterlesen