Das Twitterklassenzimmer – DANKE!

 

An manchen Tagen denke ich mir, ich hätte diesen Blog besser nicht starten sollen. Es sind die Tage, an denen ich einen Artikel mit dem Klick auf „Veröffentlichen“ in die Weiten des Internets entlasse. Wie Reinhard Kahl im Interview „Die Individualität des Lernens“ erklärt, sind unsere Schulen noch lange nicht angstfrei und sie waren es zu meiner Schulzeit auch nicht. So viel sich seitdem verändert hat, so sehr ich mich verändert habe und darum bemüht bin, mein Handeln stetig weiter zu professionalisieren, so sehr fühle ich mich in den Momenten einer Veröffentlichung für eine Nanosekunde wie die Schülerin, die einen Aufsatz abgibt und befürchten muss, ihn mit Rot bedeckt vom Lehrer wieder zurückzubekommen, oder dass die Leistung womöglich sogar noch in Kopie vor der Klasse als negatives Beispiel am Tageslichtprojektor buchstäblich durchleuchtet wird.

Ich möchte diesen Moment nutzen, um Euch allen ein riesengroßes DANKE auszusprechen. Dafür, dass wir eigentlich kein „Twitterlehrerzimmer“, sondern ein „Twitterklassenzimmer“ sind, in dem ganz viele Lehrende, die nicht einmal auf den ersten Blick auf einem Wissens- und Könnensstand sind bzw. sein können, weil wir alle einen ganz anderen Weg mitbringen, gemeinsam Neues lernen und Dinge entdecken. Ich möchte Danke sagen für jeden konstruktiven Hinweis, für jeden Tipp und jede Hilfestellung, die ihr mir gegeben habt und hoffentlich weiterhin geben werdet. Ich sehe manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, weil es hier so viel zu lernen und zu entdecken gibt, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll – ich bin doch erst seit weniger als einem Jahr dabei und habe so viel nachzuholen.

Und trotzdem darf ich all das, um beim Begriff zu bleiben, angstfrei tun: Es ist eben keine Fortbildung, an deren Ende man geprüft wird. Kein Unterrichtsbesuch, der über die nächste Karriereetappe (Haha, sie hat Karriere gesagt!) entscheidet. Es ist ein Ort, an dem ich so lernen kann, wie ich es mir für meine SchülerInnen in meinem Unterricht wünschen würde, weil es um den Prozess geht und nicht um das ultimative Produkt; weil man die Chance bekommt, Fehler zu sehen, das Problem dahinter zu verstehen und auszubessern und weil sich immer jemand findet, der einem dabei hilft. In 280 Zeichen und trotzdem pädagogisch wertvoll. Seitdem ich ihn kenne, habe ich ein viel klareres Ziel, zu dem die Reise führen soll und das trotzdem mit jedem neuen Schritt in weitere Entfernung rücken wird, denn Lernen heißt lebenslänglich – das wissen wir alle.

Ich entdecke hier nicht nur Wissen, sondern seine Bedeutung, nicht nur Ideen, sondern erhasche auch mal einen digitalen Blick auf die Menschen dahinter. Ihr seid großartig. Und jetzt: Weitermachen! 😉