Alles neu.

Was war passiert?

Der Blog war eine lange Weile offline – kurz nach meinem letzten Post über die Individualisierung des Lernens mit analogen und digitalen Mitteln wurde ausgerechnet ein WordPress-Plugin gehackt, welches ich installiert hatte, um den Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden. Leider traf mich dieser Angriff nicht nur überaus unerwartet, sondern auch noch mitten in der Phase des Ankommens an meiner neuen Schule. Da es mich aufgrund der Tatsache, dass ich keine feste Stelle am Gymnasium bekommen habe, an eine neue Schulform, die bayerische Mittelschule verschlagen hat, kämpfte und kämpfe ich seit dem letzten September mit vielen neuen Herausforderungen:  Zu den ersten Malen als Lehrerin in den Fächern Mathe, Geographie, Natur und Technik und Musik kommt mein erstes Jahr als Klassenleitung, die neuen Abläufe, die mit den Gepflogenheiten einer anderen Schule einhergehen, und neben all dem steht und stand der Wunsch, nach dem Referendariat weniger für die Arbeit und doch wieder ein bisschen mehr für mich selbst zu leben.

Schwierigkeiten

Auch wenn ich glücklicherweise über ein Datenbank-Backup meiner Bloginhalte verfügte, verhinderten technische Schwierigkeiten, dass ich selbiges einfach so hochladen und wie bisher weitermachen konnte. Ich weiß bis heute nicht genau, was das Problem war, allerdings führte die Verkettung unglücklicher Umstände dazu, dass ich die Artikel von Hand aus mehreren Hundert Seiten Code auslesen muss, was einiges an Zeit pro Text in Anspruch nimmt.

Ich fluchte sicher das ein oder andere Mal darüber, dass ich mich nur schwer kurzfassen kann und musste diese Arbeiten immer wieder unterbrechen, weil es meinen SchülerInnen herzlich wenig bringt, wenn ich am Vortag drei Blogposts wiederherstellen konnte, ihre Mathe-Übungen aber nur unzureichend vorbereitet sind. Erst nachdem ich den ersten Klassensatz Zwischenzeugnisse meines Lebens geschrieben hatte, hatte ich also wieder die entsprechende „Luft zum atmen“, um mich dieser Aufgabe mit der nötigen Zeit und Muße zu widmen.

Alles neu

War ich anfangs noch davon ausgegangen, dass ich alle Inhalte so wiederherstellen würde, wie sie auf diefraumitdemdromedar.de zuvor zu sehen gewesen waren, merkte ich während des Bruchstückezusammenpuzzlens, dass es den Veränderungen, die sich zwischenzeitlich in meinem beruflichen Schaffen ereignet hatten, nicht gerecht werden würde, wenn hier alles so aussähe, wie vorher. Meine Arbeit ist anders geworden und so geht damit der Wunsch einher, dass sich dieser Blog mit ihr verändert. Noch ist zwar noch lange nicht alles wieder an seinem Ort, aber es ist zumindest so aufgeräumt, dass ich gerne wieder Besuch auf diesen Seiten empfange. 😉

Die Veränderungen sind zunächst vor allem optischer Natur und es steht zu hoffen, dass ihr das neue Design als leserfreundlich empfindet – wordpress hat dafür gesorgt, dass es auch hinter den Kulissen mit dem neuen Editor einiges zum Umgewöhnen gibt, und ich gebe mir alle Mühe, PCs und Mobilgeräten durch das Anklicken der richtigen Checkboxen gleichermaßen gerecht zu werden, auch wenn ich manche Funktionen gerade noch vermisse, die der alte Editor inklusive meiner favorisierten Plugins geboten hat.

Nicht alle Inhalte, die es hier zuvor gab, sind auf den Blog zurückgekehrt. Das liegt einerseits daran, dass ich bisher noch nicht die Zeit hatte, wirklich jeden Beitrag aus dem von Codeschnipseln durchbrochenen BackUp-Gewirr ans Tageslicht zu befördern und dass ich mich aus diesem Grund entschieden habe, zunächst einmal die, die mir am meisten am Herzen liegen, wieder online zu bringen – der Fehler, meine romanhaften Texte nicht auch in normalen Textdateien zu sichern, wird mir nun hoffentlich nie wieder unterlaufen.

Andererseits sind manche Tutorials, die ich seit der Eröffnung der Frau mit dem Dromedar im März 2017 geschrieben habe, bereits jetzt überholt. So ist das eben mit diesem Internet. Das heißt aber nicht, dass es mich nicht ärgern würde, wenn Artikel, in die viel Zeit & Mühe geflossen sind, keinerlei Wert für den Leser mehr besitzen. Hierfür werde ich mir also Lösungen überlegen müssen, die es möglich machen, Inhalte leichter & schneller abändern zu können, falls sie veralten und mit denen ich mich zugleich genau so wohlfühle wie mit dem vertrauten Schreiben langer Artikel mit passenden Illustrationen im WordPress-Editor.

Es ist notwendig, offen zuzugeben, dass die Instandhaltung eines Blogs Ressourcen frisst, die mit der Vollzeitarbeit als Lehrkraft, die guten und innovativen Unterricht machen möchte, gut abgestimmt werden müssen, um trotzdem mit dem Kopf auch mal aus der Schule rauszukommen und so den Job so lange wie möglich gesund und mit Freude ausüben zu können. Mittelfristig werde ich also versuchen, das System Blog um Hilfsmittel zu ergänzen, die mir ermöglichen, die Arbeit daran etwas effizienter zu gestalten und gleichzeitig mehr aus meinem täglichen Schaffen zugänglich zu machen, weil ich es immer und immer wieder schade finde, wie viele Materialien auf den heimischen Rechnern der KuK versauern, statt zu „Make OER great again“ aufzurufen…

Eine Wolke für das Dromedar

Das wichtigste Hilfsmittel, das aus diesen Gründen Einzug hält, wird das Dromedar-Drive sein. Hatte ich bisher höchstens mal einen in der Cloud gespeicherten Upload verlinkt und möglichst viel auf meinem Webspace platziert, möchte ich nun alles Downloadbare künftig dort übersichtlich in Ordnern sammeln und damit ein Backup schaffen, welches auch bei einem weiteren Blogausfall (den Gott verhüte) erreichbar bleibt. Durch die mühseligen Wiederherstellungsarbeiten habe ich festgestellt, dass ich lieber die Kröte schlucke, die Inhalte auch über die google-Cloud anzubieten, als vermeintlich unabhängig zu bleiben (was ohnehin ein Trugschluss ist) und damit Gefahr zu laufen, ein weiteres Mal komplett Schachmatt gesetzt zu werden.

Schlusswort

Wahrscheinlich ändert sich mit allem, was passieren wird, für euch Leser weniger als für mich, die ich damit hadere, dass ich nicht alles auf einmal machen kann, was ich gerne möchte, weil die vielen Ideen in meinem Kopf und in meinen Notizbüchern schwirren und auf Verwirklichung warten. Für den Moment bin ich einfach erst einmal heilfroh, dass ich mir meinen kleinen Spielplatz zurückerobert habe, mit dem viele Emotionen verbunden sind, für die in den vergangenen Monaten kein Raum war.

Die Schließung der Frau mit dem Dromedar war für mich zu keiner Zeit eine ernstzunehmende Option.  Wenig hat mich in meinem Schaffen so vorangebracht, wie die Zeit im Twitterlehrerzimmer verbunden mit der Möglichkeit, meinem Tun mit diesem Blog Öffentlichkeit und damit Feedbackgelegenheiten zu schaffen, die im Alltag aufgrund der Umstände rar gesät sind.

Das Schreiben als Reflexionsgelegenheit habe ich in den vergangenen Monaten vermisst und vielleicht hätte ich manche Szene im Offline-Alltag als weniger belastend empfunden, hätte ich mich abends einfach hingesetzt und darüber geschrieben, um Abstand gewinnen zu können.

Allein diese Vermutung genügt, um zum einzig wahren Schluss zu kommen: Sie ist wieder da – weiter geht’s! ?

5 Kommentare

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Ich freue mich sehr darüber, dass der Blog wieder da ist! Ich habe in den letzten Wochen immer mal wieder die Adresse eingegeben und gehofft, dass der Blog wieder zurück ins WWW kommt 🙂 Also: Herzlich Willkommen zurück! Ich freue mich auf alles, was kommen wird!

LG Izzie

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